Knut Hansen Gin

Moin moin! Heute geht es um Knut Hansen. Nicht den Knut Hansen, den Christian Ulmen vor einigen Jahren auf Tour geschickt hat, sondern den Knut Hansen Hamburg (!) Dry Gin. Kaspar Hagedorn und Martin Spieker aus Hamburg haben sich diesen Gin, sozusagen als Hobby und der Liebe zum Gin entwickelt. Und gewidmet haben sie diesen Gin den Hamburger Stadtteilen St. Pauli, dem Schanzenviertel und dem Hafen.

Entstehungsgeschichte von Knut Hansen Gin

Kaspar Hagedorn / Martin Spieker
Kaspar Hagedorn / Martin Spieker

Die Idee zum eigenen Gin haben Martin und Kaspar nach und nach entwickelt. Am Anfang war es eben nur eine fixe Idee. Aber dann fingen die beiden an sich zu informieren. Wie macht man einen Gin? Worauf kommt es an? Wie arbeitet man die verschiedenen Geschmacksrichtungen heraus? Und so ging es Schritt für Schritt voran: Hatte der eine mal gerade nicht die Energie weiterzumachen, so pushte der andere berichtete mir Martin neulich. Sehr sympathisch: Von polierten Macherstories, bei denen alles immer nur Sunshine ist gibt es genug. Umso toller, dass beide als Team für einander da waren und sind. Die beiden haben das Projekt ganz nebenbei, parallel zu ihren Jobs aufgezogen. Da finde ich es umso beeindruckender.

Mit der Idee wie sie den Gin ungefähr gerne hätten gingen beide auf Tour und besichtigten Destillerien, die für sie den Gin produzieren könnten. Keine einfache Aufgabe, und klar war natürlich auch, dass es im norddeutschen Raum sein sollte. Die Zutaten sind regional, die Destillerie sollte es also auch sein. Fündig wurden die beiden schließlich bei der Dolleruper Destillerie bei Flensburg. Hier entwickelten die beiden gemeinsam mit dem Team der Destillerie die Idee weiter, testeten, verfeinerten und kamen dann zu dem was wir jetzt in der Tonflasche kaufen können.

Die Flasche und der Look

Hamburger Gins müssen in Tonflaschen sein? Erst Gin Sul und nun Knut Hansen Gin? Dieser Gedanke kann einem kommen. Aber erstens ist das nicht alles an Gin aus Hamburg und dem Umland, man denke nur an Skin Gin, Elephant Gin, clockers Gin, Omen Gin, Nordisch Gin, Ginphony 1.0. Alle ohne Tonflasche. Warum die Tonflasche? Ganz einfache Erklärung, die mir Martin gab: „Wir hatten die Illustration bereits früh fertig, schon vor den Flaschen, und damit diese gut zur Geltung kommt braucht es einen hellen Untergrund. Am Ende haben wir uns für die Tonflasche entschieden, weil hier das Bild von Knut am besten zu sehen ist.“

Dazu hinzufügen möchte ich noch, dass die glatte Rundung zum Flaschenhals hin dies sogar noch perfekter macht, denn man bekommt ein 3D-Feeling, weil die Flasche die Glatze von Knut Hansen perfekt imitiert. Ein kleiner Geheimtip: Schaut Euch die Flasche mal im UV-Licht an, es gibt eine kleine Überraschung.

Botanicals und Geschmack des Knut Hansen Hamburg Dry Gin

Was ist drin? Der Wacholder kommt aus der Lüneburger Heide, die Äpfel kommen aus dem alten Land, der Heimat des Skin-Gin, Basilikum und Gurken aus eigenem Anbau. Insgesamt sind es 14 Botanicals, die im Knut Hansen Gin eingesetzt werden. Destilliert wird dann wie schon gesagt in der Dolleruper Destillerie.

Geschmacklich ist der gute Knut nicht ganz so ein rauher Typ wie das Label vermuten lässt. Im Gegenteil: Der Gin kommt mit der Wacholdernote vorab, und dann kommt auch schon die Gurke durch. Sie bringt Frische mit sich. In der Nase kann man das Basilikum wahrnehmen. Mal eine andere Nummer als die sonst typischen Korianderschwergewichte oder Zitrusbomber.

Der Tonictest

Martin empfiehlt das Fevertree Tonic Water zum Knut Hansen. als Ergänzung habe ich den Knut Hansen noch mit diesen Tonic Waters getestet:

Knut Hansen mit Goldberg Bone Dry Tonic Water

Dieses Tonic ist normalerweise ein Killer: Kaum Zucker, wirklich super super trocken. Mit den Knut kommt hier die Gurke ganz gut raus. Trocken bleibt das ganze aber natürlich noch immer. Ein Hauch von Basilikum ist auch noch zu erahnen. Kann man mal probieren, aber nichts für den ganzen Abend.

Knut Hansen mit Fevertree Mediterranean Tonic

Dies Tonic ist etwas aromatischer, aber nicht so sehr intensiv wie manche Fentimans Tonics. Mit dem Knut okay. Wer das Tonic mag wird auch diese Kombi mögen. Vom Knut bleibt aber nicht so viel übrig. Er ist irgendwie nicht stark genug.

Knut Hansen mit Acqua Monaco

Dieses Tonic ist ja schon polarisierend: Nicht Jedermanns Sache der kräftige Geschmack. Mit den Knut wird er etwas entspannt und die Gurke kommt durch. Unser Favorit von allen fünf Tonics.

Knut Hansen trifft Doctor Polidori (Tonic)

Etwas süßer wird es wenn diese Beiden aufeinander treffen. Als Kombination okay, aber auch kein Reisser. Leicht fruchtig und gefällig, aber vom Gin bleibt nicht so viel übrig.

Knut Hansen und Schweppes Premium Orange Blossom and Lavender

Lavendel und Orange sind hier offensichtlich die dominierenden Geschmacksrichtungen. Vom Knut Hansen bleibt nicht so viel übrig, eventuell wieder ein Hauch Gurke. Lavendel war bei uns im Tasting teils Favorit, teils gerade nicht. Die Orange passt aber generell ganz gut zu diesem Gin.

Wie immer auch ordentliches Eis in Euren Gin Tonic und wenn Ihr mögt könnt Ihr natürlich auch noch weitere Botanicals hinzufügen. Die Gurke oder Apfel sind ein guter Versuch, sind diese doch auch schon als Botanical im Gin selber. Rollmops funktioniert wahrscheinlich etwas weniger gut …

Fazit

Mir gefällt der Knut Hansen ganz gut, auch pur. Im Tonic kann er aber teilweise nicht mithalten. Die Noten werden interessanterweise von unserer Tonicauswahl plattgemacht. Das neutrale Fevertree ist in der Tat eine gute Mischung dazu, weil es dem Gin noch Luft lässt. Ein Gin, der glaube ich einem breiten Publikum zusagt. Die Flasche kommt allerdings derber daher als es der Gin dann ist. Wer also ein Fisherman’s Friend Umhauerlebnis erwartet, der muss weitersuchen.

Knut ist ein Hingucker, ein gefälliger Gin, eine gute Geschenkidee. Er ist kein Gin, den man nicht mehr vergisst. Meine Erfahrung ist allerdings auch, dass solch ein Gin ganz gut bei der Masse ankommt. Ob die 35 Euro für die 0,5 Liter so massentauglich sind? Die innerhalb kürzester Zeit ausverkaufte erste Charge spricht dafür. Einige nächtlichen Packaktionen mit Freunden und Familie waren da plötzlich notwendig. Ich gebe zu, dass ich mit dem Kauf von drei Flaschen mitverantwortlich bin. Aktuell könnt Ihr die Flaschen im offiziellen Online Shop kaufen. Aber bestimmt sind noch andere Vertriebswege in Planung. Als Hamburger kann man diesen Gin auf alle Fälle auch gut als Gruß in den Rest der Republik verschenken. Gut gemachter Anfang Martin und Kaspar. Wir sind gespannt auf Eure nächste Idee 🙂

42% Vol.
14Botanicals
DeutschlandHerkunftsland
Bekannte Botanicals

Wacholder, Gurke, Basilikum, Altländer Apfel, …

DestillerieDolleruper Destillerie
TypDry Gin
CharakteristikaGurke satt
GinGinGin Rating4 / 6
Total
81
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1 comment

  1. Hallo zusammen, vielen Dank für diese genussvollen Inspirationen. Ich werde mir diesen leckeren Tropfen mal zu Gemüte führen. Weitere spannende Informationen zum Thema Bester Gin habe ich auch auf einer anderen Seite gefunden. Es lohnt sich, dort mal reinzuschauen.

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