Wacholderbeeren

Was kann man besser gebrauchen als ein wenig Gin Basiswissen für den nächsten Barbesuch oder den nächsten Gin Einkauf. Ich werde Euch in einer kleinen Reihe einige Fakten näher bringen, die ich so im Laufe der letzten Wochen aufgeschnappt habe und teilen möchte.

Gin Basiswissen: Woraus besteht eigentlich Gin?

In ganz kurz zusammengefasst könnte man sagen, Alkohol, Gewürzen, den sogenannten Botanicals, Wasser und eventuell noch ein paar Zusätzen.

Der Basisalkohol

Image from page 530 of "A philosophical and statistical history of the inventions and customes of ancient and modern nations in the manufacture and use of inebriating liquors; with the present practice of distillation in all its varieties: together with aDie Grundlage für Gin ist ein Basisalkohol, der z.B. aus Korn oder Kartoffeln gewonnen wird. Auf den Prozess gehe ich hier nicht näher ein. Dieser Basis Alkohol wird dann als Basis für den Gin genutzt. Jetzt gibt es zwei Verfahren, die genutzt werden, um aus dem Alkohol Gin zu machen: Entweder werden jetzt in einem zweiten Destillierprozess des hochkonzentrierten Alkohols die Alkoholdämpfe über die Botanicals geleitet und die Aromen werden so vom Alkohol „mitgenommen“, oder aber die Botanicals kommen mit in die initiale Kornmaische, die dann destilliert wird. Hier werden die Aromen und Öle mit dem Alkohol gemeinsam destilliert und haben vorher, je nach Rezept, einige Stunden die Chance in der Maische zu weichen und ihre Aromen abzugeben. Beide Verfahren sind üblich und ich hoffe Euch später einmal einen kleinen Einblick in die Produktion geben zu können.

Haupt-Botanicals: Wacholder und Koriander

"Coriander" by Steven Jackson Photography is licensed under CC BY - Gin Basiswissen
Coriander“ by Steven Jackson Photography is licensed under CC BY

Die wichtigste Zutat neben dem Alkohol ist aber ganz eindeutig die Wacholderbeere. Sie gibt dem Gin den entscheidenden Basisgeschmack und ist die Grundlage der Botanicals. Ohne Wacholder ist es nur Wodka könnte man sagen. 🙂

Ein Gin muss mindestens 37.5% Vol Alkohol haben, nicht wenige gute Sorten haben aber oft einen nicht unerheblich höheren Anteil an Alkohol. Der Blackwood Vintage Gin z.B. kommt mit 60% Vol daher oder auch der Plymouth Gin mit seinen 58% Vol ist reichlich über dieser Grenze.

Weitere Ginzutaten

Als Botanicals kommen eine Vielzahl an Kräutern und Zutaten vor: Koriander vor allen Dingen, Zitrusschalen, Ingwer, Muskat, und viele mehr. Wikipedia spricht von bis zu 120 Zutaten. Mein Gefühl ist, dass es durchaus mehr sind, denn man hat das Gefühl, dass fast jeden Tag neue Sorten auf den Markt kommen, die sich immer wieder mit neuen Zutaten zu positionieren versuchen. Nicht selten ist die Anzahl der Botanicals ein Bestandteil des Namens und aber in der genauen Zusammensetzung auch nicht selten ein kleines Geheimnis.

Die Botanicals sind auch eine schöne Dekoration und gute Idee, um den spezifischen Geschmack eines Gin Tonic noch etwas zu steuern. Ein wenig Lakritz oder die obligatorische Zitronen- oder Orangenzeste sind dekorativ und können enorme Aromaverstärker sein.

Zucker?

In seltenen Fällen kommt mal ein Farbstoff hinzu oder sehr wenig Süßendes, wie z.B. Zucker. London Dry Gin darf ein Gin sich nur nennen wenn kein Zucker enthalten ist, um diese Bezeichnung führen zu dürfen. Das hat auch einen historischen Hintergrund, den ich Euch im nächsten Teil Gin Basiswissen berichten werde.

 

Titelbild: „Juniper berrier -|- einerbær“ by Guttorm Flatabø is licensed under CC BY