Allie Gin – Der Gin aus der Alienkopf-Flasche

Seit März 2017 ist der ALLIE Gin auf dem Markt (einen Allie Wodka gibt es übrigens auch). 60 Testdestillationen brauchte es und die anschließenden Entscheidung auch eine kurze Holzfasslagerung einzuplanen bis der Gin entwickelt war. Die Lagerung in den Eichenholzfässern ist auch für die leichte Färbung verantwortlich und gibt dem Gin noch ein wenig zusätzliche Geschmacksnote mit.

Allie Gin = eine ausgefallene Flasche

Die Entwicklungszeit für Allie betrug ca. 4 Jahre. Nicht gerade kurz, aber man kann sich vorstellen, dass die Produktion der Flasche einen nicht ganz unwesentlichen Teil verbrauchte. Wie mir berichtet wurde haben diverse Glashütten die Produktion abgelehnt, weil die Aufgabe zu komplex schien. Eine italienische Glashütte hat sich dann doch der Aufgabe angenommen und produziert die ausgefallene Flasche nun. Im Regal wird man Allie allerdings nicht direkt als Flasche sehen, denn eine Geschenkverpackung in Kartonform ist zum Schutz dabei.

Persönlich finde ich die Form nicht gerade schön, weder Flasche noch Box. Die Idee kann ich nachvollziehen und habe mit dem Artikelbild auch versucht die Story ein wenig weiterzuspinnen. Aber ehrlich gesagt würde ich die Flasche niemals wegen des Aussehens kaufen. Andere tun das sicherlich aber gerade wegen der Flasche. Gerade wenn man mal einen Gin als Geschenk mitbringen möchte ist dieser Gin sicherlich eine ausgefallene Wahl. Nun, damit wird man sicherlich besser liegen als mit einem vierten Tanqueray oder dem dritten Hendrick’s auf einer Geburtstagsparty. Aber: Never judge a book by it’s cover, or a gin by it’s bootle.

Was auf alle Fälle angenehm an der Flasche ist, ist die Tatsache, dass es mal keine 0,5-Liter-Flasche ist, sondern 0,7l. Inzwischen sind ja viele Gins mit „interessant“ hohen pro-Liter-Preisen am Start. Das merkt man ja nicht so, wenn es nur ein halber Liter ist, den man kauft. Aber die 100€ pro Liter sind nicht mehr weit entfernt.

Geschmack, nicht von dieser Welt?

Viele Botanicals, mehr Alkohol

Zunächst einmal ist anzumerken, dass mit 46% vol. Alkohol nicht gerade der schwächste Gin in der Flasche steckt. Aber auch auf der Liste der Botanicals ist Allie Gin nicht gerade mager besetzt: Ganze 24 Botanicals sind enthalten und werden nach Herstellerangabe schonend destilliert.

Das Geschmacksbild

Erster Schritt: Pur probieren. Der Alkohol ist sehr präsent, aber das Ziel, nicht sprittig zu schmecken, ist meines Erachtens erreicht worden. Der rote Faden von Anfang bis Ende ist eine gewisse Wärme. Die Süßholzwurzel und wahrscheinlich auch einige der vielen anderen Wurzeln sind süßlich, leicht lakritzig zu schmecken, aber auch die Schärfe des Ingwer kann man etwas später erahnen. Die ganze Zeit ist aber der Wacholder präsent. Der Nachgeschmack bleibt eine ganze Weile da, und wird immer milder und süßer.

Dann der Tonic-Test. Ich habe den Allie Gin mit einem Thomas Henry Tonic Water getestet. Im Mischungsverhältnis 1:2 und 1:4. Die Süße des Gins kommt damit stärker heraus, weil der Alkohol nicht mehr so die Kontrolle übernimmt. Allerdings gehen auch die Nuancen des Gins hier ein wenig verloren. Andere Tonics folgen.

Ein falscher Griff ins Kühlregal hat mir noch die Kombi Weisswange VirGin Tonic mit Allie beschert. Das Tonic ist eigentlich kein reines Tonic, sondern hat noch Wacholderextrakt beigemischt. Ein jungfräulicher Gin Tonic ohne Gin/Alkohol. Kann man mit Allie kombinieren, muss man aber nicht. 😉

Allie Gin – für die, die es süßer mögen

Ich hatte Sorge, dass der Gin komplett auf Flasche und die Marketing-Schine geht. Aber er schafft es durchaus mit einem eigenen Profil aufzuwarten. Die verschiedenen Phasen beim Pur-Trinken sind interessant, aber der hohe Alkoholgehalt ist schon ein Gegenpol. Im Tonic sind manche Nuancen nicht mehr zu schmecken, aber mit dem richtigen Tonic kann das besser werden. Im Tonic-Test mit dem Siegfried Gin zeigte sich das sehr deutlich.

Mein Favourite ist der Allie Gin nicht, die Süße ist nicht meine Sache, aber ich kann mir vorstellen, dass es durchaus Fans für diesen Gin geben kann. Insbesondere wenn man einen Gin mag, der sich beim Pur-Trinken durch ein paar Phasen bewegt. Als Geschenk auf jeden Fall eine gute Idee. Gutes Mittelfeld finde ich.

Weitere Tonic-Tests folgen …

46% Vol.
24Botanicals
DeutschlandHerkunftsland
Bekannte Botanicals

Angelikawurzel, Baldrianwurzel, Calmuswurzel, Ceylonzimtrinde, Cubeben, Enzian, Fenchel, Galgantwurzel, Ingwerwurzel, Iriswurzel, Karobe/ Johannisbrot grob, Koriander, Nelken, Pfefferminzblätter, Curacaoschale, Pomeranzenschale bitter, Rhababerwurzel, Rosmarin, Sternanis, Süßholzwurzeln, Tausendgüldenkraut,Thymian, Zitwerwurzel, Wacholder

Charakteristikakräftig, warm und spicy, dann milder
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